Hallo zusammen,
Schon lange habe ich nichts mehr von mir hören lassen, das lag unter anderem auch daran, dass wie eine Zeit lang keinen Internetzugang hatten und auch im Moment es sehr schwierig ist ins Internet zu kommen. Und wenn man dann mal drin ist, ist es super langsam, das ist zwar etwas schade, aber naja, es geht schon.
Es ist mir in der Zeit nach meinem Urlaub sehr gut ergangen. Zuerst standt Mitte Februar eine Konferenz hier in Cashibo an, auf der wir FSJler das Kinderprogramm leiten durften. Wir haben in der Woche die Geschichte von Daniel mit ihnen behandelt und hatten echt eine tolle Zeit.
Sonst ist grade einiges an Computerarbeit, neue Computer die eingerichtet werden müssen, der Bestand von dem Computerzeug hier muss mal sortiert werden und alles aufgeräumt werden. Ausserdem gibt es immer wieder Leute, denen ich mit ihren Computern helfen kann oder Internetprobleme oder sonstiges, die es zu lösen gilt. Das ist zwar immer wieder viel zu tun, aber es macht Spass, besonders, wenn ich anderen Leuten direkt helfen kann und auch so Zeit mit ihnen verbringe und sehe, dass mein Einsatz sich direkt lohnt.
Ansonsten kommen halt auch Arbeiten draussen dazu, Sachen instandt setzen, Wassertanks wechseln, Dinge basteln oder bauen, eigentlich kann man bei alldem gar nicht von Routine sprechen, da echt viele Aufgaben einmalig sind, was mir viel Abwechslung und besonders auch die Möglichkeit gibt in verschiedene Berreiche reinzuschnuppern.
Dazu muss ich auch immer wieder die Technik bei Veranstaltungen (Gottesdiensten, Treffen, Besprechungen etc.) aufbauen und betreuen.
Eine andere Arbeit, die ich schon zweimal machen durfte ist eine Kuh beerdigen :-) . Dazu vielleicht eine kleine Geschichte…
…eines Tages bekam ich mit meinem Chef den Auftrag eine von einem Schlangenbiss getötete Kuh an einen Platz am Rand des Missionsgeländes zu bringen. Also machten wir uns mit unserem Traktor auf und suchten die Kuh. Die Geier zeigten uns auch schnell den richtigen Weg, sodass wir sie relativ schnell fanden und mit einem Seil an unsere Schaufel binden konnten. So fuhren wir mit einer stinkenden Kuh vor uns baumelnd durchs Feld und wurden plötzlich gestoppt. In Gestrüpp hatten wir einen kleinen Baumstamm übersehen und da es etwas nass war und unser Allrad leider kaputt war, standen wir vor einem Problem: Der Traktor wollte nicht vor noch zurück, vorne der Baumstamm, hinten durchdrehende Räder. Also haben versucht mit der Machete den Stamm zu entfernen, was leidernicht funktioniert hat, so dass wir leider nichts anderes tun konnten als nochmals zu versuchen los zu kommen, diesmal haben wir die Kuh ab gelegt um Gewicht nach vorne zu verlieren und uns auf ihr abgestützt, um möglichst viel Druck nach hinten zu haben. Zum Glück hat für einen kurzen Moment das Allrad wieder funktioniert – wir kamen zurück konnten um den Stamm rum und die Kuh wieder aufladen. Weiter ging es, bis zur nächsten Senke… sie war wegen der Regenzeit ordentlich überschwemmt und wir hatten Angst nicht durchzukommen. Also versuchten wir ein Loch mit dem Schaufel zu graben, leider blieben wir mehrfach fast stecken in dem nassen Untergrund und haben gleichzeitig eine Tiefe von vielleicht 15cm geschafft. Für unsere schon etwas aufgeblähte Kuh deutlich zu wenig :-) . Also ohne Kuh ein Testlauf durchs Wasser, da es zwar sehr hoch doch nicht zu hoch war, haben wir es auch mit Kuh gewagt und sind gut durchgekommen… bis zur nächste Senke, die war leider viel zu überflutet, deswegen haben wir die Kuh an die Seite gelegt und sind etwas genervt nach Hause gefahren. Leider mussten wir die Kuh am nächsten Tag dann halt an einen alternativ Platz bringen. Nach langem Suchen haben wir den richtigen Platz endlich gefunden (natürlich mit fast stecken bleiben inbegriffen) und sind zurück zu Kuh, um sie dort hinzubringen. Ihr Gestank war über Nacht leider nicht besser geworden, also wieder mit schaukelnder Kuh losgezogen zum Zaun, über den die Kuh geworfen werden sollte. Dort angekommen ist sie auch fast perfekt rüber geflogen (nur ihr Kopf hing noch rüber), leider hingen wir wieder fest und kamen nicht von der Kuh weg, den kleien Abhang hoch… Mist, nach langem probieren blieb uns nichts anderes übrig als jemanden anzurufen mit dem anderen Traktor zu kommen. Nach dem wir ihm entgegen gelaufen waren, um ihm zu zeigen, wo wir sind, haben wir nun mit zwei Traktoren versucht rauszukommen. Nach ein bisschen probieren ging der Allrad zum Glück wieder kurz, so dass wir los kamen und mit einem Seil den Kuhkopf noch auf die richtige Seite des Zauns befördern konnten. Und dann ging es endlich nach Hause… bringt nie eine Kuh mit einem Traktor weg, der kein Allrad hat, mein zweites Mal war sooo leicht – das Allrad war repariert worden :-) .
Soviel zu lustigen Arbeitssituationen. Ausflüge in die Natur hier geniesse ich immer wieder, so konnten wir jetzt zweimal durch ein überschwämmtes Urwaldgebiet mit unserem Motorboot fahren und tolle Natur (u.a. Faultiere, Leguane, tolle Vögel und Bäume) bestaunen. Ausserdem sind wir morgens mal mit einem Kanu los und ein bisschen in den Urwald rein, leider waren wir auf einer Insel gelandet, so dass wir nicht auf den richtigen Urwald stiessen. Solche Ausflüge mit den FSJlern und Missionaren hier sind immer wieder einfach toll. Leider hatte ich auch hier kein Glück mit Maschienen und einmal (kurz nachdem wir vom entferntesten Punkt aus umgedreht waren) ist der Motor vom Motorboot ausgestiegen… also hiess es ein bisschen über 3 Stunden rudern, aber es war totzdem noch ein toller Nachmittag.
Es gibt in der nächsten Zeit nichts gross besonderes was ansteht, aber ich habe noch ca. 2 Monate hier und hoffe noch einge gute Zeit hier zu haben, auf der Missionsstation, aber auch wenn ich in Arequipa und Lima nochmal Freunde besuche.
Die Zeit vergeht hier echt schnell und ich bin gespannt, was noch auf mich zukommt.
Liebe Grüsse aus dem warmen aber verregneten Perú.
Zum Glück wird es bald wieder trockener :-) .
Bis bald
Timo

Eine Antwort zu „“

  1. Sam sagt:

    Hey Timo,
    die Geschichte mit der Kuh ist echt der Hammer!! :-) Kann mir das richtig bildlich vorstellen…
    Ich versuch dir mal in den nächsten Tagen ausführlicher zu schreiben.
    Grüße,
    Sam

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